Alpines Segelfluglager Münster
09.07.17 - 19.08.17
  Empfehlung  -   Sehr anspruchsvoll!

Das Wetter ist unbesiegbar!       

Der kleine Flugplatz auf 1340 m AMSL fast zuoberst im urchigen Wallis dient vor allem dem Segelflug im Sommer, der zweithöchstgelegene Segelflugplatz Europas. Als Ausgangspunkt für Streckenflüge bis weit über die Landesgrenzen hinaus oder für den Plauschflieger, der die faszinierende Berg- und Gletscherwelt immer wieder geniessen will, bietet Münster eine ideale Basis mit familiärer Atmosphäre. Das Matterhorn ist an guten Tagen eine Stunde nach Start erreichbar. Die Berner Viertausender sind in unmittelbarer Nähe, ebenfalls der grösste Gletscherplatz Europas (Konkordia).
Auf dem Platz kann am oder im Wald campiert werden ("Pilots and families only"), moderne Infrastruktur mit freiem WLAN vorhanden, es wird für die Teilnehmer gekocht, gibt gemeinsame Pizza-, Raclette-, Forellen-Abende unter Sternen. Die Umgebung bietet auch der nichtfliegenden Angehörigen viel Abwechslung: Wandern, Mountainbike, Kinderspielplatz, usw.
Bei guten Bedingungen wird das gesamte Wallis beflogen bis ins Engadin, Chamonix und Tessin, seltener Aostatal und Berner Oberland. Am 5. August 1995 wurde ein thermischer 1000er geflogen über die Route Münster - Bad Gastein (A) - Lac de Dix - Münster. An mässigen Tagen kann im ganzen Wallis, an schlechten Tagen oftmals noch im Goms (Raum Brig - Furka) geflogen werden.
Piloten welche ihren Urlaub mit Segelflug in den Hochalpen verbringen wollen, sind in Münster herzlich willkommen. Münster ist von ca. Mai bis Oktober im Tal schneefrei, die Piste wird nicht vom Schnee geräumt. Landungen bei Absaufer auf dem Schnee ohne Materialschaden sind im März aber schon gemacht worden aber sind nicht zu empfehlen, Thermisch ist das Wallis ab März in der vollen Länge nordseitig befliegbar. Segelflugbetrieb mit Flugzeugschlepp herrscht während 6 Wochen, in der Regel ab der zweiten Juli-Woche bis Mitte August. Bei Aussenlandungen ausserhalb der Lagerzeit kann in den Monaten Juni bis August ein Schleppflugzeug von Raron oder Ambri organisiert werden, müssen aber vorgängig mit dem Flugplatzchef abgesprochen werden (PPR). Der Start ist heikel.

Deshalb wird hier auf eine ganz besondere Vorsicht hingewiesen. Das neu herausgegebene Merkblatt von Rudolf Stüssi über sicheres Alpenfliegen weist eindrücklich auf diese Gefahren im Gebirge hin!

Münster liegt auf 1'340 m AMSL. Normalerweise ist die geflogene Höhe auch über 3'000 m. Eigentlich unnötig, auf die dringende Notwendigkeit von Sauerstoff hinzuweisen. Es ist deshalb sehr zu empfehlen, die Flugzeuge mit einer funktionstüchtigen O2-Anlage, bei Doppelsitzern mit entsprechender Doppelanlage oder zwei Einzelgeräten, und ausreichend Flaschenvorrat auszurüsten. Über 5'500 m AMSL ist die auch beim EDS-D1 die Benutzung einer Maske zwingend vorgeschrieben. Eine hohe Sicherheit im Lager wird angestrebt!

Seit 2004 existiert das neue Kollisionswarnsystem FLARM. Es ist erwünscht, dass alle Flugzeuge mit diesem Gerät ausgerüstet sind! Bitte vermerkt dies auch bei der Anmeldung an entsprechender Stelle!

Rodeo gefällig?

Wie schon oben sanft darauf hingewiesen, kann es in unmittelbarer Platznähe wegen der herrschenden extremen Windverhältnissen gelegentlich zu sehr ruppigen Situationen kommen. Mühsame Steigversuche in Hangnähe mit anschliessender Landung, +4 m/s und -4 m/s oder mehr im gleichen Kreis im Abkreisraum bis zum Endanflug verlangen beherrschte und extrem rasche Reaktionen des Piloten! Unsachgemässe Flüge mit entsprechenden Landungen haben auch schon zu unangenehmen Resultaten geführt. Aus diesen Gründen ist eine gute Flugerfahrung wie eine gute Lebensversicherung viel Wert. Sicherheitsbewusste Piloten sind sich dessen auch bewusst. Sehr anspruchsvoll und unangenehm kann es beim Durchgang eines Gewitters werden!

©2013 - 2016 by TnT   079 672 65 32